Museum Reinhard Ernst
Digital Twin

Ein neues Haus für abstrakte Kunst – und eine ungewöhnliche Planungsaufgabe
Im Herzen von Wiesbaden eröffnete im Sommer 2024 das Museum Reinhard Ernst: ein Neubau des japanischen Architekten Fumihiko Maki, der auf rund 9.000 m² Raum für eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen Deutschlands schafft. Rund 900 Werke abstrakter Kunst – von der deutschen Nachkriegskunst über die japanische Gutai-Gruppe bis zum amerikanischen abstrakten Expressionismus – bilden den Kern der Sammlung.
Die besondere Herausforderung: Gebäude und Erstpräsentation entstehen gleichzeitig. Während die Ausstellungsräume noch Schritt für Schritt Form annehmen, müssen Kuratorin Lea Schäfer und ihr Team bereits entscheiden, welche Werke wie im Raum wirken, welche Dialoge zwischen den Kunstwerken entstehen und wie Besucher durch die Sammlung geführt werden sollen.
cura3D museum pro gibt dem Team genau dafür ein Werkzeug an die Hand: Die Software übersetzt die realen Raummaße der Maki-Architektur in begehbare virtuelle Ausstellungen. So lässt sich frühzeitig ein echtes Raumgefühl entwickeln – für Proportionen, Hängungen und das Zusammenspiel monumentaler Werke mit der Architektur. Gleichzeitig dienen die digitalen Rundgänge als gemeinsame Arbeitsgrundlage: Entscheidungen über einzelne Präsentationen lassen sich im Team diskutieren und abstimmen, auch ortsunabhängig.



„Die virtuellen Räume eröffnen ein erstes Raumgefühl, das unerlässlich für die Planung von Ausstellungen ist.“
Wie sieht die Arbeit mit der Software cura3D bei Ihnen aus?
Die Software hilft uns derzeit Ausstellung und Erstpräsentation der Sammlung zu erarbeiten. Auf dem Papier fällt es leicht, Konzepte zu entwickeln und Werke in einen Dialog zu setzen, doch muss dieser Dialog auch im Ausstellungsraum funktionieren. Die Größendimensionen der Werke und des Raums geben dabei den Rahmen der Möglichkeiten vor.
Daher nutzen wir in der jetzigen Phase die Software, um ein Gefühl für die Werke der Sammlung und die Museumsarchitektur zu bekommen.
In welchen Bereichen ist Ihnen die Software besonders hilfreich?
Da die Ausstellungsräume erst langsam Gestalt annehmen und zur gleichen Zeit Ausstellung und Erstpräsentation der Sammlung geplant werden, ist die Arbeit mit cura3D unabdingbar. Die virtuellen Räume eröffnen ein erstes Raumgefühl, das unerlässlich für die Planung von Ausstellungen ist.
Darüber hinaus dient uns die Software als Kommunikationsmittel. Mithilfe der Online-Rundgänge können wir uns über einzelne Präsentationslösungen verständigen – auch vom Homeoffice aus.
Welche Visionen haben sie für das neue Museum?
Das Museum Reinhard Ernst soll ein Kompetenzort für abstrakte Kunst im Herzen von Wiesbaden werden. Dazu möchten wir ein gelungenes, zeitgemäßes Museumsverständnis aufbauen und voranbringen, was sich ausgehend von der Architektur bis in die Konzeption der Ausstellungen niederschlägt und dadurch für Besucher:innen erfahrbar wird.
Wo sehen Sie persönlich noch Spielraum für die digitale Weiterentwicklung im Museumsbereich?
Im Team arbeiten wir gerade an unterschiedlichen digitalen Erweiterungen für das Museum Reinhard Ernst. Dabei denken wir zum Beispiel über Augmented Reality, den Einsatz digitaler Medien in Vermittlungsformaten oder über virtuelles Kuratieren für Besucher:innen in digitalen Räumen nach – auch die digitale Sammlungspräsentation spielt eine große Rolle. Die Entstehung eines neuen Museums bietet dabei einerseits viel Gestaltungsspielraum, andererseits ist es auch notwendig, zu priorisieren und gegebenenfalls die Grenzen digitaler Technologien für das Museum Reinhard Ernst festzustellen.
Was ist ihre Lieblingsfunktion der Software cura3D?
Zu den Lieblingsfunktionen der Software zählen zum einen die Schnittstelle zu Museumplus über die es möglich ist, Werke maßstabsgetreu zu platzieren und zum anderen der schon erwähnte Online-Rundgang. Beide Funktionen erleichtern das Arbeiten dank der Software ungemein.