Interview mit Dr. Eva Reifert und Bernhard Witz des Kunstmuseums Basel
Virtuelle Rundgänge mit cura3D


„Eine digitale Präsenz ist ein guter Weg, um auch diejenigen zu erreichen, die die eigentliche Ausstellung nicht sehen konnten.“
Welche Vorteile sehen Sie im Einsatz virtueller Rundgänge?
Es ist wunderbar, Ausstellungen, an denen wir Jahre lang gearbeitet haben, durch virtuelle Rundgänge ein Weiterleben nach dem Abbau geben zu können. Bei Projekten, die für die Geschichte unseres Hauses bedeutsam sind, wie etwa die «Zerrissene Moderne», spielt für mich auch der Aspekt der Archivierung eine wichtige Rolle.
Ein virtueller Rundgang hat hier durch die Einbeziehung aller Materialien, Texte, Filme etc. ganz andere Möglichkeiten als die fotografischen Momentaufnahmen. Nicht zuletzt ist eine digitale Präsenz auch ein guter Weg, um alle zu erreichen, die aus den unterschiedlichsten Gründen die eigentliche Ausstellung nicht sehen konnten, und ihnen einen Zugang zu den Inhalten bis hin zum Raumeindruck anzubieten.
Was sind die Vorteile der 360° – Digitalisierung gegenüber der klassischen Ausstellungsreproduktionsfotografie?
Für mich ist es wichtig, dass ein Raumeindruck vermittelt wird und auch die Bewegung durch den Raum – dass sich also Dinge nacheinander erschliessen, und man sogar überrascht werden kann. Eigens produzierte Filme, Texte und die eingebundenen hochauflösenden Abbildungen insgesamt bieten ein Erlebnis, das «the next best thing» nach dem eigentlichen Ausstellungsbesuch ist. Nichts kann die Atmosphäre im Raum ersetzen, oder den Eindruck vor einem Original. Aber ein virtueller Rundgang ist Raumaufnahmen natürlich vorzuziehen, die keine Zugänglichkeit der Inhalte bieten und den Gesamtzusammenhang nicht abbilden können.
Was ist Ihnen hinsichtlich Darstellung und BenutzerInnenführung bei virtuellen Rundgängen besonders wichtig?
Irgendwann wird es sicher Möglichkeiten geben, das Ganze noch «smoother» zu machen, dass man also für die Navigation beispielsweise keine Pfeile mehr braucht, oder Videos ohne Doppelklick starten, wenn man für einen Moment darauf «blickt». Aber auch so schon vermittelt sich die Erfahrung von sich Annähern und Entfernen, von genau Hinsehen und Überfliegen, erstaunlich gut.
Was gefällt Ihnen am besten an der cura3D 360° InteractiveTour Photo, haben Sie (eine) Lieblingsfunktionen?
Mir geht’s ums Ganze und um das Zusammenspiel, und das funktioniert gut in meinen Augen.
Wie bewerten Sie die neuen Möglichkeiten digitaler Vermittlungsstrategien (z.B. geführte KuratorInnenführungen, Besprechung von Ausstellungen in Schulen, Einsatz in der Bildungsarbeit)?
Ich hoffe, dass der virtuelle Rundgang sich mit der Zeit als Angebot etabliert und in den unterschiedlichsten Kontexten kreativ genutzt wird.