Ausstellungsplanung mit cura3D im Museum der Bildenden Künste Leipzig
Kuratorin Dr. Jenny Graser im Interview
Für die Ausstellung „First Spaceship on Venus“ der Schweizer Künstlerin Sylvie Fleury stand das Museum der bildenden Künste Leipzig vor einer besonderen räumlichen Herausforderung: ein Ausstellungsraum mit extremer Höhe, aber vergleichsweise geringer Standfläche. Kuratorin Dr. Jenny Graser setzte cura3D bereits in einer sehr frühen Planungsphase ein – noch bevor die Leihanfragen für die Exponate gestellt wurden. Im Interview gibt sie Einblick in diesen Planungsprozess und erläutert, welche Rolle die digitale Ausstellungsplanung bei den kuratorischen Entscheidungen und der späteren Umsetzung spielte.


Liebe Frau Dr. Graser,
Welche Herausforderungen gab es bei der räumlichen Planung der Ausstellung „First Spaceship on Venus“?
Die Herausforderung bestand darin, die Balance zwischen der Anzahl und Größe der Exponate im Verhältnis zum Ausstellungsraum mit seiner extremen Höhe und der im Verhältnis dazu geringen Standfläche zu finden. cura3D hat dabei geholfen, die Proportionen besser einschätzen zu können.
In welchen Phasen der Ausstellungsplanung haben Sie cura3D eingesetzt?
cura3D wurde sehr früh eingesetzt, um die Anzahl der Leihgaben festzulegen, d.h. nachdem das Konzept der Ausstellung feststand, wurde das 3D-Modell eingesetzt, um die Objektanzahl zu bestimmen. Erst danach wurden die Leihanfragen gestellt.
Wie half Ihnen die 3D-Visualisierung bei Größenverhältnissen, Abständen und Sichtachsen?
Durch die präzisen Platzierungsmöglichkeiten und verschiedenen Blickperspektiven auf den Raum – seitlich, aber auch aus der Vogelperspektive – unterstützte cura3D die Planung. Größenverhältnisse der Objekte und ihre Abstände zueinander konnten getestet werden. Dafür sind die verschiedenen Möglichkeiten, Objekte im 3D-Modell zu verschieben, sehr hilfreich.
Konnten Sie dadurch unterschiedliche Planungen und kuratorische Ideen schneller vergleichen?
Ein Vergleich war schnell möglich. Zwei mögliche Ausstellungsvarianten wurden mit cura3D erarbeitet, wobei sich hier bereits eine favorisierte Variante herauskristallisiert hatte, die letztlich umgesetzt wurde.
Wie unterstützte cura3D die Abstimmung mit der Künstlerin und den beteiligten Teams?
Die Künstlerin hatte vorab den Ausstellungsraum gesichtet und vor dem Ausstellungsaufbau eine Ansicht der geplanten Inszenierung erhalten. Dies hat den Abstimmungsprozess mit ihr extrem vereinfacht, da die Platzierung und die Anzahl der Exponate auf diese Weise mit ihr abgestimmt werden konnten. So konnte der Ausstellungsaufbau, den die Künstlerin nicht vor Ort, sondern nur digital begleiten konnte, gut vorbereitet werden. Auch die Absprachen und Vorbereitungen innerhalb des MdbK-Teams hat die Planung mit cura3D vereinfacht, da die Platzierung der Objekte schnell vorgenommen werden konnte und die Objekte nicht unnötig bewegt werden mussten.
Gab es eine Entscheidung, die Sie mithilfe von cura3D anders getroffen haben?
cura3D hat mich eher darin bestärkt, eine bestimmte Ausstellungsvariante zu verfolgen. Ich würde daher eher sagen, dass nicht anders, sondern mit cura3D entschieden wurde.
Wie nah kam die digitale Planung dem späteren Eindruck im Ausstellungsraum?
Die digitale Planung und die reale Umsetzung liegen nahe beieinander. Vor Ort wurde die exakte Platzierung der Objekte modifiziert und an die physische Wahrnehmung von Raum und Licht angepasst.
Welchen größten Vorteil bietet cura3D aus Ihrer Sicht für Kurator*innen?
Eine schnelle und präzise Planung der zu benötigenden Exponate ist möglich; dies gibt Sicherheit während der Planung von aufwendigen und kostenintensiven Ausstellungen. Es werden Zeit und finanzielle Ressourcen gespart. Zudem können die Dimensionen von Räumen gut nachempfunden werden, was für die Platzierung von monumentalen wie auch kleinformatigen Werken (Gemälden wie auch Skulpturen) hilfreich ist.
Was ist Ihre Lieblingsfunktion in cura3D?
Mir gefällt besonders gut, dass Exponate zentimetergenau platziert werden können, sodass komplexe Wandabwicklungen vorbereitet werden können. Dies gibt Sicherheit beim Ausstellungsaufbau, bei dem die Zeit oft knapp kalkuliert ist. Auch der schnelle Austausch von passepartourierten und gerahmten Werken ist ein Plus, vor allem, wenn mit Papierarbeiten geplant wird, die regelmäßig ausgetauscht werden müssen. Dauerausstellungen können so über die mehrjährige Ausstellungszeit leicht und schnell modifiziert werden.
Liebe Frau Graser, wir danken herzlich für das Gespräch.

First Spaceship on Venus
Eine Ausstellung im Museum der Bildenden Künste Leipzig
03.09.2026 – 05.09.2027