Galerie Tschudi, Zuoz
Digitaler Zwilling
Wie kommt ein realer Ausstellungsraum eigentlich in unsere Software? Die Frage hören wir oft — und die Galerie Tschudi in Zuoz ist eines der Projekte, an denen sich die Antwort besonders gut zeigen lässt. Von der Vermessung vor Ort bis zur fertigen virtuellen Planungsumgebung: ein Einblick in unseren Prozess, an dem wir bis heute gerne zurückdenken.
Vom realen Raum zum digitalen Zwilling
Häufig werden wir mit der Frage konfrontiert, wie reale Ausstellungsräume als digitale Zwillinge in unsere Software gelangen und welche Schritte notwendig sind, bis mit der virtuellen Ausstellungsplanung begonnen werden kann.
Eine der herausforderndsten Umsetzungen war für uns – neben der Modellierung der Ausstellungsräume des Louvre Abu Dhabi – die Erstellung der Zuozer Galerieräume der Galerie Tschudi.
Nach wie vor sind wir sehr stolz auf dieses Projekt aus dem Jahr 2019 und dankbar für die tolle Zusammenarbeit mit der Galerie Tschudi.


Laserscan für höchste Qualität
Für die meisten digitalen Zwillinge arbeiten wir in der Regel auf Grundlage terrestrischer Laserscans. Diese werden durch vor Ort erhobene Maße, vorhandene Grundrisse sowie fotografische Aufnahmen ergänzt, die insbesondere für die spätere Texturierung herangezogen werden. Auch in diesem Fall bildete ein Laserscan die zentrale geometrische Datengrundlage.
Gemeinsam mit der Galerie haben wir uns bewusst für dieses Verfahren entschieden – aus einem klaren Grund: Die Architektur der Räume ist alles andere als rechtwinklig. Gerade dieser räumlichen Komplexität wollten wir mit der entsprechenden Präzision begegnen. Ergänzt durch fotografische Aufnahmen mit digitalem Mittelformat entstand so eine belastbare Datengrundlage, die eine präzise digitale Rekonstruktion der Räume ermöglichte, ohne Kompromisse eingehen zu müssen.
Für das Erstellen von 3D Scans verwenden wir einen 360°-Laserscanner, der mittels LiDAR-Technologie 360.000 Messpunkte pro Sekunde erfasst.
Anhand dieser millimetergenauen 3D-Punktwolken erstellen wir in „digitaler Handarbeit“ ein Polygon-reduziertes Interaktionsmodel.
Die Texturierung und das abschließende Lightmapping (Rendering) sorgt für eine nahezu fotorealistische Abbildungsqualität.
Das Ergebnis
Das Ergebnis ist ein maßgetreues 3D-Modell der Galerieräume — bereit zur Nutzung in cura3D. Von der ersten Vermessung bis zur fertigen virtuellen Planungsumgebung: Galerie Tschudi kann ihre Ausstellungen heute digital durchplanen, Exponate zentimetergenau positionieren und Hängungsideen testen, bevor das erste Werk bewegt wird. Genau das ist der Punkt, an dem ein digitaler Zwilling anfängt, sich zu rechnen.
